Yoga: Lebenseinstellung oder Marketingmaschine?

Ist man, so wie ich, viel auf Instagram unterwegs und interessiert sich für Yoga, so kann schnell ein falsches Bild vermittelt werden. Scheinbar tragen alle Yogis teure Leggings, können sich biegen wie eine Brezel oder turnen vor den schönsten Landschaften herum. Den Sixpack gibt´s gratis dazu. Die Bildbearbeitung tut ihr Übriges. Ich finde diese Bilder ästhetisch und inspirierend. Aber, und das ist der springende Punkt: Yoga ist eine Lebenseinstellung. Und mittlerweile verkommt eine bereits im indischen Altertum dokumentierte Lehre zu einem großen Industriezweig, mit dem sich schön fett Kohle machen lässt.

m., योग, yoga; von yuga ‚Joch‘, yuj steht für: ‚anjochen, zusammenbinden, anspannen, anschirren‘, und ist kein hippes Workout, sondern eine aus Indien stammende philosophische Lehre. Jeder Weg zur Selbsterkenntnis wird als Yoga bezeichnet. Und ich glaube nicht, dass fancy Leggings oder die neuesten Yogamatten diesen Weg zu sich selbst auch nur tendenziell erleichtern. Es geht auch um wesentlich mehr als körperliche Übungen. Das ist den wenigsten bewusst, scheint es.

Versteht mich nicht falsch, ich schaue mir besagte Fotos wirklich gerne an. Ich finde auch coole Leggings großartig. Ich habe eine schöne Yogamatte. Und ich zücke den Hut vor all jenen, die hart dafür gearbeitet haben, und jetzt Bewegungen zusammenbringen, die Akrobaten den Atem stocken lassen. Oder die Körper haben, denen man ebenfalls die harte Arbeit ansieht. Aber das ist eine, sehr, sehr basale Art der Abbildung dessen, was Yoga sein kann. Was Yoga ist. Und statt das nächste hippe Equipment zu bestellen, könnte man auch mal in sich gehen oder sich mit den Wurzeln von Yoga beschäftige.

Und auch das ist Yoga

  • in der Früh im Pyjama die Matte ausrollen und mit Sonnengrüßen in den Tag starten
  • achtsam sein
  • Rücksicht auf andere nehmen
  • bewusstes Atmen
  • Meditation
  • Spiritualität
  • Gutes tun
  • nachdenken
  • reflektieren
  • Sinn suchen
  • im Gras praktizieren
  • mit Wampe im Lotus sitzen
  • spenden
  • im Alter noch praktizieren
  • offen sein etc.

Das war mein Wort zum Samstag. Aktuell rolle ich so gut wie jeden Tag die Matte aus. Entweder stelle ich mir selbst einen kleinen Flow zusammen oder ich mache die Yogachallenge von Mady Morrison auf YouTube. Und zusätzlich verbiege ich mich gemeinsam mit ihm hier für eine Instagram-Yogachallenge. Habt ein wunderschönes Wochenende und: Namastay in bed.

upward dog.jpg
Upward Dog
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2 Gedanken zu “Yoga: Lebenseinstellung oder Marketingmaschine?

  1. Ein schöner Blogbeitrag, liebe Steffi. Ja, das Marketing schafft es halt immer wieder aus vielem Altbekannten einen neuen Trend zu kreieren und Kohle damit zu machen. Stimmt, die Bilder sind echt schön anzusehen und ich wunder mich oft was diese Menschen essen, wie oft und lange sie trainieren und was sie sonst so arbeiten 😂 egal. Die Challenges helfen mir oft meine Matte noch auszurollen, wo ich sonst auf der Couch 🛋 bleiben würde. Und mir tut das dehnen einfach nur gut 😊 die anderen Punkte versuche ich auch immer öfter einzubauen. Derzeit bin ich dran den homeless people etwas mehr zu geben. 🙏🏻

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