Faire Bloggerkooperationen: Gibt´s die?

Als die liebe Sylvia aka PR-Spionin gefragt hat, ob ich bei ihrer Blogparade  #fairbloggerrelations mitmachen möchte, habe ich nicht lange gezögert. Ich bin keine der großen österreichischen BloggerInnen mit abertausenden Followern. Ich blogge ausschließlich als Hobby, wie schon der Name meines Blogs verrät.

Dennoch trudeln Anfragen von Firmen ein, die sich für eine Kooperation interessieren. Und diese Anfragen sind schon manchmal recht absonderlich. Mein Highlight an Negativbeispiel:

„Hallo ich bin XY und arbeite für Produkt X, das einen Online Shop für Produkte speziell für an Krebs erkrankte Frauen mit allen möglichen Tipps und Tricks rund um die Krankheit verbindet. Bei meinen Recherchen zum Thema Ratschläge für die Nebenwirkungen der Chemo und Naturkosmetik als Alternative, bin ich auf Deine Blog-Artikel gestoßen, in denen Du von Deinen Erfahrungen berichtest und war sehr begeistert!“

Ähm, geht´s eigentlich noch.?Wie pietätlos ist das denn, bitte? Ich habe da Gott sei Dank keine Erfahrungen und schon gar keinen Blogpost. Meine Antwort fiel entsprechend direkt aus. Auch mit dem Vermerk, die Dame möge doch bitte besser recherchieren und anderen Bloggern so eine geschmacklose Unterstellung ersparen.

Vor diesem Hintergrund hier meine weiteren No Go´s:

  • Massenmails statt persönlicher Ansprache
  • Unkonkrete Angebote
  • Verlangen von „do follow“-Links (das stuft einen bei Mama Google nämlich ganz schön herunter)
  • Angebote für ungekennzeichnete Werbung: sicher nicht!
  • Ewiges Vertrösten bis zu einer Entscheidung

Dabei ist es eigentlich nicht so schwer, mit Bloggern in Kontakt zu treten, sollte man meinen. Menschenverstand und so.

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Hier meine top ten Tipps für Blogger Relations:

  1. Genaue Recherche: Lest die Blogs, verfolgt, über welche Themen die einzelnen Blogger berichten und das über einen längeren Zeitraum.
  2. Fairness: Bloggen ist Arbeit und kein Ponyhof.
  3. Kein Gießkannenprinzip: ich sehe bei den großen Bloggern an einem Tag gefühlt zwanzig Mal ein und das selbe Produkt: staffelt das doch zeitlich oder variiert im Kooperationsumfang. Das macht Euer Produkt glaubwürdiger.
  4. Wertschätzende Kommunikation: der Ton macht die Musik, Leute! Und auf Anfragen von Bloggern gar nicht zu antworten, lässt Euch nicht im besten Licht erscheinen.
  5. Stimmige Ideen für eine Promotion: das Produkt soll schon in einem sinnvollen Rahmen präsentiert werden und nicht irgendwie. Ich werde jetzt nicht die in Verruf geratene Coral-Kampagne erwähnen oder habe ich das etwa gerade gemacht :)?
  6. Kennzeichnung auch in Eurem Sinne: KonsumentInnen sind nicht doof. Es ist auch in Eurem Sinne, wenn Werbung als solche gekennzeichnet ist. Das macht Euer Produkt auch glaubwürdiger.
  7. Zielgruppengerecht: zwanzigjährige Blogger z.B. Antifaltencreme testen zu lassen ist sinnbefreit.
  8. Mediakit: Lasst Euch vorab von den jeweiligen Bloggern das Mediakit zukommen. Dann könnt Ihr Euch auch ein besseres Bild machen, wer wirklich zu Euch und Eurem Produkt passt.
  9. Integrierte Kommunikation: besser als Einzelmaßnahmen ist es natürlich, wenn Blogger Relations Teil eines übergeordneten Kommunikationskonzepts sind.
  10. Brainsorming: auch ist ein gemeinsames Meeting vorab sinnvoll. So lassen sich kreative Konzepte gemeinsam austüfteln und ein persönlicher Kontakt ist auch heutzutage tragfähiger als Tonnen an Mails.

In diesem Sinne: viel Vergnügen bei sinnvollen Blogger Relations!

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